Aussicht auf Revanche und absolutes Topspiel – DSC empfängt Erding und fährt nach Memmingen

Für den Deggendorfer SC steht am kommenden Wochenende in der Oberliga Süd eine echte Standortbestimmung an. Zwei Spiele, zwei völlig unterschiedliche Ausgangslagen – und doch die gleiche Zielsetzung: weiter punkten und die Tabellenführung behaupten.
Den Auftakt macht am Freitag um 20 Uhr in der Hitzkopf-Arena das zweite Heimspiel dieser Saison gegen die Erding Gladiators. Die Oberbayern rangieren aktuell zwar nur auf Platz 13, haben mit acht Punkten Rückstand aber weiterhin Schlagdistanz zu den Pre-Playoffs. Das Team von Trainer Daffner reist zudem mit drei Niederlagen in Serie an, unter anderem gegen den direkten Konkurrenten aus Stuttgart. Auch das jüngste Duell mit dem Sonntagsgegner Memmingen ging verloren, wenngleich Daffner nach der Partie betonte: „Trotz dem Ergebnis haben wir ein richtig gutes Auswärtsspiel gezeigt und gekämpft wie die Löwen. Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft!“ Für die Niederbayern ist zudem noch eine Rechnung offen: Am 21.11.25 setzte es gegen Erding eine 2:4-Heimniederlage. Personell müssen beide Teams Abstriche machen. Beim TSV fällt Dennis Henter mit Kreuzbandriss langfristig aus, Markus Eberhardt laboriert an einer Oberkörperverletzung und dürfte wohl auch im Januar noch keine Option sein. Zudem fehlt Thomas Brandl weiterhin verletzt. Erding reagierte kurz nach dem letzten Vergleich auf die angespannte Situation und verpflichtete Stürmer Dennis Miller. Der Deutsch-Russe kommt bislang auf sieben Punkte aus 17 Partien. Für die Gladiators geht es nach dem Auftritt in Deggendorf am Sonntag mit einem Heimspiel gegen die Selber Wölfe weiter.
Am Sonntag wartet dann um 18 Uhr das absolute Topspiel: Der Tabellenführer gastiert beim Tabellenzweiten Memmingen Indians. Die Allgäuer sind seit dem 28.12.25 ungeschlagen und feierten zuletzt sieben Siege in Folge, darunter ein spektakulärer 6:5-Comeback-Erfolg gegen Bad Tölz nach zwischenzeitlichem 3:5-Rückstand. Durch die Heimniederlage des DSC gegen Stuttgart ist Memmingen im Tableau bis auf drei Zähler an die Niederbayern herangerückt. Die Indians präsentieren sich offensiv extrem ausgeglichen: Neun Spieler haben bereits mindestens zehn Tore erzielt. Im Tor könnte sich zudem eine Wachablösung abzeichnen. Justus Roth stand in rund drei Viertel der Spiele zwischen den Pfosten und kommt auf starke 92,1 Prozent Fangquote, während Flott-Kucis bei elf Einsätzen bei 86,1 Prozent liegt. Daniel Huhn zeigt sich ob der aktuellen sportlichen Lage seines Teams entsprechend selbstbewusst: „Wir sind auf einem guten Weg und finden aktuell immer einen Weg, Spiele zu gewinnen. Es wirkt so, als hätten wir die Panik bei einem Rückstand verloren.“ Mit Blick auf das Wochenende ergänzt er: „Wir werden alles tun, um das Wochenende erfolgreich zu gestalten, am Sonntag wird die Hütte hoffentlich voll und darauf freuen wir uns.“ Ganz ohne kleine Baustellen geht der Tabellenzweite dennoch nicht in das Duell: Import-Verteidiger Connor Blake musste die Partie gegen Erding nach einem geblockten Schuss vorzeitig beenden. Das Scoring der Sturm-Kontis liefert auch etwas Gesprächsstoff – Brett Ouderkirk kommt zuletzt nur auf zwei Vorlagen aus sieben Spielen. Auch die sieben Spiele andauernde Scoring-Serie von Felix Brassard endete am Freitag gegen Erding, der Kanadier blieb erstmals ohne Punkt – trotzdem natürlich Jammern auf hohem Niveau. Im deutschen Sektor konnte man mit Kevin Handschuh vergangene Woche noch einen zwölften Stürmer als Neuzugang vorstellen, nachdem dieser Platz im Kader durch den Abgang von Tim Gorgenländer frei geworden war.
Aus DSC-Sicht bleibt Memmingen jedoch das einzige Team, gegen das Leinweber, Hahn & Co. in dieser Saison noch keinen Sieg feiern konnten. Im Heimspiel blieben die Rot-Blauen beim 0:3 sogar torlos, auswärts zeigte man hingegen große Moral und kämpfte sich nach einem 4:1-Rückstand noch zum 4:4 nach 60 Minuten zurück. Im anschließenden Shootout hatte dann jedoch Linus Svedlund für die Indianer das glücklichere Händchen. Coach Fratkin ordnet die Partie am Sonntag wie folgt ein: „Memmingen ist eine Mannschaft, die vom Tor über die Verteidigung bis zum Sturm eine enorme Qualität im Kader hat und auch in Überzahl brandgefährlich ist. Wir jedoch haben in unserer Kabine auch eine sehr gute Leadership und wissen, dass wir auch eine gute Offensiv-Power kreieren können.“ Ob Sturm-Neuzugang Luke Weilandt am Wochenende bereits aufläuft, entscheidet sich kurzfristig. Fest steht: Den DSC erwartet ein intensives Wochenende mit zwei emotionalen Spielen – zuerst vor heimischem Publikum, dann im Hexenkessel am Hühnerberg mit voraussichtlich über 3.000 Zuschauern. Genau die Art von Herausforderung, an der sich ein Tabellenführer messen lassen muss.
SpradeTV überträgt beide Partien wie gewohnt live.
Das Heimspiel wird präsentiert von der Allianz Generalvertretung Stefan Berger.