Doppelter Härtetest vor den Playoffs – Der Weg zur Eins führt über Erding und Memmingen

Für den Deggendorfer SC steht das letzte komplette Wochenende der Oberliga Süd an – und damit zwei richtungsweisende Partien im Kampf um die bestmögliche Ausgangsposition vor der heißen Phase der Saison.
Am Freitag geht es zunächst auswärts nach Erding, wo um 20 Uhr in der Stadtwerke Erding Arena das Auftaktbully erfolgt. Dabei kommt es auch zum Wiedersehen mit Raphael Fössinger, der auf seine ehemaligen DSC-Kameraden trifft. Zwar ist für den TSV Erding rechnerisch der Sprung auf Rang zehn noch möglich, angesichts eines aktuellen Rückstands von acht Zählern bleibt dieses Unterfangen jedoch äußerst ambitioniert. Sportlich sind die Oberbayern bereits auf die kommende Saison ausgerichtet: Trainer Thomas Daffner wird künftig als Sportlicher Leiter fungieren, während John Sicinski zur neuen Spielzeit an der Bande übernimmt. Zuletzt sorgte Erding mit einem 6:3-Auswärtssieg bei den Tölzer Löwen für einen Achtungserfolg, wobei Import-Stürmer Grady Hobbs mit vier Torbeteiligungen den Goldhelm zurückeroberte. Zudem konnte mit der Vertragsverlängerung von Verteidiger Markus Eberhardt ein zentraler Baustein für die kommende Saison gehalten werden.
Am Sonntag steigt dann in der Hitzkopf-Arena das inoffizielle Finale um den Meistertitel gegen die ECDC Memmingen Indians. Bevor die Mannschaft von Daniel Huhn in Niederbayern aufschlägt, steht für die Indians noch das Derby gegen den EV Füssen an. Mit zuletzt fünf Siegen in Folge reisen die Gäste mit breiter Brust an. Aufgrund der Ausfälle von Markus Lillich, Denis Fomynich und Bernhard Ettwein wurde auf dem Transfermarkt nachgelegt: Für die Defensive kam Leon Fern aus Heilbronn, im Sturm unterschrieb der frühere Kapitän der onesto Tigers Bayreuth, Sam Verelst. Mit acht Powerplay-Toren stellt der Tabellenzweite inzwischen das beste Überzahlspiel der Liga (29,1 %), und da man in den letzten vier Spielen kein Gegentor in Unterzahl kassierte, liegt auch das Penaltykilling der Memminger mittlerweile über dem des DSC (86,9 %).
Der DSC um Casey Fratkin hat vor diesem Wochenende dennoch die komfortablere Ausgangslage: Vier Punkte trennen weiterhin Rang eins und zwei. Der Süd-Meister hätte in den Anfang März startenden Playoffs bis in ein mögliches Finale hinein Heimrecht – entsprechend groß ist auch die Bedeutung des Spiels in Erding für Harrison Roy und seine Kollegen. Während der DSC mit einem Sieg gegen Memmingen die Meisterschaft bereits eintüten könnte, würden die Indians bei einem Sieg ihrerseits den Rückstand lediglich auf einen Zähler verringern können und wären am letzten Spieltag auf Schützenhilfe aus Bayreuth angewiesen. Mit vier Siegen in Serie und jeweils mindestens fünf eigenen Treffern befindet sich die DSC-Offensive aktuell voll in ihrem Element und sollte auch gegen den Verfolger ein Faktor werden. In der Defensive dürfte der Shutout am vergangenen Dienstag gegen den EC Peiting nochmals für zusätzliches Selbstvertrauen gesorgt haben. Das Heimspiel bietet zudem die Chance, den ersten Sieg in dieser Saison gegen die Indians einzufahren und vor allem das erste Saisontor in der Hitzkopf-Arena gegen die Memminger Schlussmänner Justus Roth oder Bastian Flott-Kucis zu erzielen. Bereits jetzt sind über 2.000 Tickets verkauft – verdient hätte dieses Topspiel ein ausverkauftes Haus allemal. Dass die Deggendorfer Hitzkopf-Arena zu einem Hexenkessel werden kann und der Mannschaft der Rot-Blauen einen weiteren Push verleihen kann, ist unbestritten.
SpradeTV überträgt beide Partien live.
Das Heimspiel wird präsentiert von Hitzkopf.